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Erlebnisse in Afrika

Ankunft

Seit  dem 31 Mai sind wir nun auf Zanzibar.

Wir das sind meine beiden Töchter Isabelle und Aila, sowie meine Frau Sandra und ich.

Unsere erste Station war ein kleines Hotel in Jambiani, das wir über Airbnb gefunden hatten.

Unser Flugzeug landete abends gegen 19:00 in Zanzibar Stadt und nachdem wir unseren Einreise Test hinter uns gebracht hatten, konnten wir mit dem Taxi, daß uns der Hotelbesitzer geschickt hatte losfahren.

Der Einreisetest:

Wir kommen aus dem Flugzeug und müssen uns am Flughafengebäude anstellen, dort werden alle Pässe eingesammelt. Diese landen dann im Flughafengebäude auf einem Tresen. 5 Zanzibari suchen nun aus dem Haufen von Pässen, die wild zusammen geworfen wurden, irgendwelche Namen heraus, die offenbar der Pssagierliste folgend  aufgerufen werden. Da die Leute aus Zanzibar nicht unbedingt engisch bzw. Deutsch sprechen, ist es nicht so leicht die aufgerufenen Namen zu verstehen. Wird Dein Name aufgerufen geht es zum Test. 

Der erste Eindruck: hier wird lustig improvisiert, von deutscher Struktur weit entfernt. wir lernen, das hier alles  etwas anders läuft.

Nach bestandenem negativem Test geht es zum Visa Schalter. ...und dann endlich nach ca 36 h Reisedauer sind wir auf Zanzibar  und sitzen im Taxi nach Jambiani. 

Für die 50 km nach Jambiani braucht es ca 1 Stunde.

Die erste Nacht auf Zanzibar und wir sind glücklich.

 

meine erste Ortho-Bionomy Behandlung auf Zanzibar

Sandra am. 7.08.2021:

Es ist früh am Morgen. Ich bin wach. Der Rest der Familie schläft noch. Der erste morgendliche Ruf bzw. Gesang zum Gebet  aus den Lautsprechern der Moscheen ist bereits ertönt. Jeden Morgen wird um 5.15 mit einem arabischen Gesang zum Gebet gerufen. Und zwar so laut, das es in allen Häusern zu hören ist. Wir haben uns bereits daran gewöhnt und wachen davon nur noch selten auf. Die muslimischen Männer machen sich um diese Zeit auf den Weg zur Moschee, für das erste morgendliche Gebet. So machen sie das hier jeden Morgen. 

So, nun aber zu uns. Es geht mir so vieles im Kopf herum. Es gibt so viel zu erzählen.

Unseren ersten Monat hier auf Sansibar haben wir im Hotel von Vuai gewohnt. Vuai ist ein sehr liebenswürdiger Gastgeber, der hier auf Sansibar geboren wurde und aufgewachsen ist. Dementsprechend hat er viel über das Leben und die Kultur hier zu erzählen. Immer mal wieder sitzen wir mit Vuai zusammen und hören voller Spannung seinen Erzählungen über das Land und die Menschen zu.  Wir haben Vuai sehr gern. 

Als wir Ende Mai hier ankamen, war die Wasserpumpe des Dorfes kaputt. Das bedeutete das alle paar Tage ein LKW mit einem großen Tank voll Wasser bestellt wurde, der die Tanks auf Vuais Grundstück und auf anderen Grundstücken in der Nachbarschaft füllte. Doch ein Großteil der Nachbarn besitzt keinen Tank. Das heißt wenn das Wasser in den Leitungen nicht fließt haben viele Menschen kein Wasser. Oft haben sie sowieso kein fließendes Wasser im Haus, sondern holen sich ihr Wasser an den öffentlichen Wasserstellen. Doch wenn man den Hahn an einer öffentlichen Wasserstelle aufdrehte, kam kein Wasser. Die Pumpe wurde mittlerweile erneuert. 

Doch woher bekamen die Menschen Wasser, als die Pumpe kaputt war? Es war so, wann immer Vuai einen LKW voll Wasser bestellte, wurde ein Teil an die „Community“ (Gemeinschaft) abgegeben. Viele Frauen aus der Nachbarschaft kamen mit ihren  Eimern und drängten sich um den LKW. Alle großen Eimer wurden sicher gefüllt, für die kleinen reichte es meist nicht. Mit den paar Eimern Wasser mussten die Menschen nun für ein paar Tage haushalten, bis die nächste Wasserlieferung kam.

Vuai erzählte uns, das er Wassermangel in seiner Kindheit sehr oft erlebt hatte. Deshalb hatte er die Vision weitere Wassertanks auf seinem Grundstück aufzustellen und  eine Leitung nach draußen zu legen, an der sich die Nachbarn täglich in einem bestimmten Zeitrahmen Wasser holen können.  Jörg und mir gefiel diese Vision, wir spürten das Bedürfnis Vuai darin zu unterstützen das Projekt „Wasser für die Nachbarn“ umzusetzen. Wir spendeten ihm Geld für die Anschaffung und Instalation der Tanks. Das ist mittlerweile 6 Wochen her. Vorgestern wurden dann endlich die Tanks an die vorgesehenen Plätze gestellt und angeschlossen. Die Umsetzung hat lange gebraucht. Ohne Jörgs „liebevolles“ Drängen, würden die Tanks jetzt wahrscheinlich noch immer nicht auf den extra dafür geschaffenen Platformen  oben neben dem Dach des Küchengebäudes stehen. Sie würden stattdessen noch immer die Bauarbeiten im Garten behindern. Wenn es darum geht ein Projekt umzusetzen, muss man hier sehr viel Geduld haben.

Wir haben uns nach der Spende für die Tanks dazu entschieden  weiter in Vuais Hotel zu investieren. Mittlerweile gehören wir zu Vuais Team .  Wir organisieren die Renovierungsarbeiten, kümmern uns mit darum das sich die Gäste wohlfühlen und beraten täglich welches die nächsten Schritte sind.

Jetzt ist Isabelle wach. Mehr dazu also demnächst.

Liebste Grüße Eure Sandra ❤️

19 August

Fundi (Handwerker)  im Garten mit selbstgebauter hobelbank . Was er in seiner Werkstatt im Garten braucht: 2 Hobel,  ein oder zwei Stemmeisen, einen Hammer,   eine grosse Schraubzwinge , ein paar Nägel und  Leim. In 4 Tagen baut er dann dieses Bett ohne Zeichnung.  Hin und wieder rechnet er dann auf einem Rest holz . Ich durfte es dann noch mit dunklem Varnish, eine Art lasur streichen. Für mich ist es eine Freude diesem Mann bei der Arbeit zuzusehen,  und zu sehen, mit welcher Ruhe und Hingabe er diese Arbeit macht. Für 10 Dollar am Tag. Bei ihm sehe ich, wie das Leben Arbeit ist und umgekehrt.

18.September

Lange nichts von uns gehört...

Wir haben lange nichts mehr von uns hören lassen. Der letzte Monat war sehr anstrengend. Wegen Geldsorgen, fehlender Ruhe, der Suche nach einem guten Wohnort für uns... Einen wunderbaren Wohnort haben wir nun gefunden. Wir wohnen jetzt 50 m bzw. 30 Sekunden Fußweg vom Strand entfernt, haben nette Zanzibarische Nachbarn und Ruhe gibt es hier auch. Also man hört hier selten Party-Lärm, meistens hören wir einfach nur das beruhigende Rauschen des Meeres. Die Geldsorgen sind noch nicht vom Tisch, aber wir arbeiten dran.

Ab Dienstag wird Aila auf eine Internationale Schule gehen. Der Unterricht findet auf Englisch statt. Die Schule hat eine schöne Atmosphäre. Eine Mischung aus internationaler, kultureller Vielfalt gepaart mit dem entspannten, lebensfrohen Afrikafeeling.  Aila ist aufgeregt und freut sich schon sehr.

Isabelle gewöhnt sich mitlerweile schon seit 3 Wochen an eine junge einheimische Frau, Leyla. Mit Leyla verbringt Isabelle die Vormittage bei den einheimischen Frauen und Kindern. Aila und ich haben das heimlich aus der Ferne beobachtet. Isabelle sah inmitten der kleinen dunklen Kinder sehr glücklich aus. 

Jetzt gehen wir gleich zur Live Musik in der Zanzibarbar am Strand.

Soweit ein paar Eindrücke von uns...

Achso und wir haben einen Meilenstein geschafft: Jörgs Praxis ist nun endlich fertig gebaut und eingerichtet. Es ist ein sehr schöner Ort, mit einer angenehmen, ruhigen und wohligen Atmosphäre. Für die hiesigen Verhältnisse ist die Raumtemperatur angenehm kühl. Ab Montag kann Jörg also seine ersten Kunden bzw. Gäste empfangen. Yeahhh, Juhuu!!!

Ich grüße euch herzlich Sandra ❤️

 

Ich habe Lust bald wieder mehr zu schreiben. Wenn Aila in der Schule ist und Isabelle sich mit Leyla pudelwohl fühlt, finde ich ganz sicher etwas Zeit dafür. 

Eure Sandra 💕

20.09.2021

Endlich Die Praxis ist eingerichtet und die ersten 3 Behandlungen haben stattgefunden

Zuversichtlich 

Jörg

27.09.2021

Meine Company ist anerkannt: 

JS Zanzibar Bodywork Center

 

30.09.2021

 

ALLES HANDGEMACHT - MASCHINEN SIND AUCH NÜTZLICH

 

Unsere Erlebnisse hier sind vielseitig und vielschichtig.Ich weiß oft nicht wo ich mit meinen Erzählungen anfangen soll.

Für jetzt habe ich beschlossen von unseren Nachbarn zu erzählen und davon wie hier noch vieles mit den Händen gemacht wird. 

Seit Anfang September bewohnen wir die beiden Gästezimmer von Hassan. Es fühlt sich an wie unser eigenes kleines Häuschen. Man kann unser Heim von zwei Seiten aus jeweils durch eine Holztür betreten. Geht man durch eine der Holztüren, kommt man in unseren kleinen Garten. Unser Garten ist ein schlauchartiger, schmaler Strandsandweg der auf der einen Seite von verschiedenen grünen Pflanzen begrenzt wird. Hinter den Pflanzen befindet sich eine ca. 3 Meter hohe Mauer, die uns eine wunderbare Privatsphäre und etwas Kühle schenkt. Genug Licht von der kraftvollen Sonne bekommen wir hier trotz der Mauer. Auf der anderen Seite des schmalen Sandweges befindet sich unsere Außenküche und zwei von einander abgetrennte Zimmer, die jeweils ein eigenes Badezimmer haben. Zum Glück haben wir zwei Badezimmer, denn in dem einen funktioniert die Dusche nicht und in dem anderen funktioniert einer der Wasserhähne nicht. 

Hinter unseren Zimmerwänden schließen zwei Zimmer und der Innenhof von Hassans Haus an. Hassan hat zusammen mit seiner Frau Zuwena 8 Töchter. Die älteste Tochter lebt in Sansibar-Stadt, die anderen 7 leben noch zu Hause. Die Jüngste, Zakia, ist 5 und die Zweitälteste, Rukaja, ist 18. Von den anderen weiß ich das Alter nicht.

In den letzten 2 Wochen war ich fast jeden Morgen ab 6.00 bei den Nachbarn. Draußen vor dem Haus kochen Zuwena und Rukaja immer morgens einen großen Topf voll Porridge. Und Zuwena brät in der Pfanne Chapati, ein flaches, salziges, von der Form her an Pfannenkuchen erinnerndes Brot. Sowohl Chapati, als auch Porridge werden nicht nur selbst verzehrt, sondern auch verkauft. Eine kleine Einnahmequelle um die täglichen Lebens- und Haushaltsmittel zu kaufen.

Wie wird gekocht? Ich schrieb ja schon das draußen gekocht wird. Immer um 6.00 höre ich wie Zuwena das Feuer anzündet. Auf dem kleinen Feuer befindet sich ein dreieckiges Metallgestell, worauf sie einen großen Topf voll Wasser stellt. Bis das Wasser kocht werden Hirse und Reis gemahlen. Bisher gab es zum Mahlen eine Maschine, doch diese hat vor 2 Tagen den Geist aufgegeben. Was nun? Hassan hat 2 große, runde Mahlsteine seines Großvaters aus der Kammer ausgegraben und nun wird mit Hilfe der Mahlsteine mit den Händen gemahlen. Das werde ich in den nächsten Tagen auch einmal ausprobieren. Sobald Hirse und Reis fertig gemahlen, werden sie zusammen mit Maismehl und etwas Weizenmehl angerührt. Dieser angerührte Sud wird in das kochende Wasser eingerührt. 

Nun müssen die Kokosnüsse ausgeschabt werden. Das macht normalerweise Rukaja, doch in letzter Zeit bin ich morgens oft da und sage: „Ninataka kukuna nazi!“ - „Ich möchte die Kokosnüsse ausschaben!“ In den ersten Tagen war es noch sehr anstrengend, da habe ich mich mit Rukaja abgewechselt. Doch mittlerweile kann ich auch allein 2 Koskosnüsse ausschaben ohne das die Arme schmerzen. auch Jörg hat es schon ausprobiert und richtig Freude dabei gehabt. Zum Ausschaben der Kokosnüsse gibt es einen speziellen flachen Stuhl an dessen Spitze sich ein scharfe, gezagte Pfeilspitze aus Metall befindet. Um diese Spitze wird mit kreisenden Bewegungen die Kokosnuss ausgeschabt. Die damit gewonnenen Kokosraspel werden danach noch zusammen mit etwas Wasser in den elektrischen Mixer geworfen und verfeinert. Dann kommen wieder die Hände zum Einsatz: In den Topf mit dem Porridge wird nun über einem Sieb mit der Hand die Kokosmilch ausgedrückt. Noch etwas Salz und Zucker dazu, dann ist der Frühstrücks-Trink-Brei fertig. Mittlerweile hat Zuwena, die vor der Tür auf der breiten Treppe sitzt, auf dem kleinen Kohleofen, die Chapatis gebacken. Nun kommen die Menschen aus der näheren und auch etwas weiter entfernten Nachbarschaft mit Ihren Tassen und Schüsseln vorbei.

 

Für 500 Tansanische Schilling (0,18 €) wird eine Tasse gefüllt oder man kann ein Chapati erstehen. 

So machen die beiden Frauen das jeden Morgen.

Danach wird gespült, einen Geschirrspüler gibt es natürlich nicht, Wäsche gewaschen, eine Waschmaschine gibt es auch nicht, eingekauft, gefegt, geputzt…       

Die Einfachheit und Urigkeit des Lebens hier inspiriert uns, gibt uns ein anderes Lebensgefühl und stimmt uns auch immer wieder nachdenklich darüber wie wir hier auf der Erde leben wollen. Brauchen wir wirklich all diesen Luxus den wir in Deutschland hatten? Was macht das Leben aus? Was brauchen wir wirklich?

Ich muss jetzt los. Aila fühlt sich nicht gut, ich werde sie jetzt von der Schule abholen.

Ich grüße Euch, Eure Sandra ❤️

Fische vom einheimischen Fischer, links im Bild Sardinen, rechts im Bild ?

Kokusraspeln mit einem Mini-klappstuhl, an dem eine Speerspitze befestigt ist. 

So raspelt man hier  Kokusnüsse. Macht Spass und verbraucht keinen Strom 

Meine erste frisch gemachte Kokosmilch aus geraspelten Kokusmark, das dann mit Wasser versetzt wird und dann durch ein Sieb gepresst wird. Am Ende bleibt geschmackloses Mark über und diese leckere Kokosmilch.